Quartiersentwicklung in Mehrstetten

Heute das Zusammenleben von morgen gestalten!

 

Was brauchen wir auf unserem Marktplatz und wie soll dieser in Zukunft gestaltet werden?

Was soll zukünftig am Marktplatz 19 entstehen?

Wie können Jung und Alt im Ort gut und gerne leben und was braucht es dazu?

Das sind die Kernfragen des großen bürgerschaftlichen Projektes in Mehrstetten. Die gut 35 Jahre alte Gestaltung der Ortsmitte, vor allem des Marktplatzes scheint heute nicht mehr zeitgemäß. Insbesondere werden die Anforderungen an die Barrierefreiheit nicht erfüllt. Zudem hat die Gemeinde mehrere Gebäude und Grundstücke in der Ortsmitte erworben.

Im Rahmen eines Beteiligungsprozesses soll darüber nachgedacht werden, wie der Marktplatz umgestaltet werden soll und welche Nutzungen sinnvollerweise in den Gebäuden und auf den Grundstücken der Gemeinde ihren Platz finden. Alle Bürger*innen sowie alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich an der gemeinsamen Ideenfindung zu beteiligen.

ideenwerkstatt

Die Mehrstetter Bürgerinnen und Bürger sind Experten für den Alltag und für das Leben im Ort. Ihre Ideen, Bedürfnisse und Perspektiven sind die wesentliche Grundlage für alle Planungen. In der Zeit vom 16. bis zum 18. Januar 2020 wurden drei Tage lang direkt vor Ort die Ideen der Bürgerschaft gesammelt, strukturiert und gemeinsam weiterbearbeitet. Dazu waren alle ganz herzlich eingeladen.

Das Projekt hat eine eigene Homepage. Diese finden Sie hier.

Begleitet und geführt wird der Prozess von Experten der Firma nonconform. Klicken Sie auf das nebenstehende Bild, um zu erfahren, wie eine IDEENWERKSTATT allgemein funktioniert.

 

Im unteren Bereich dieser Seite finden Sie die Ergebnisse der Mehrstetter Ideenwerkstatt – „Mehr Leben mittendrin“.

nonconform ideenwerkstatt in Mehrstetten – Mehr Leben mittendrin

Was soll zukünftig am Marktplatz 19 entstehen? Was brauchen wir auf unserem Marktplatz und wie soll dieser in Zukunft gestaltet werden? Wie können Jung und Alt im Ort gut und gerne leben? Diese und ähnliche Fragen stellte die Gemeinde Mehrstetten im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsprozesses, der vom 16. bis 18. Januar 2020 unter Begleitung des Büros nonconform stattfand. In einer sogenannten Ideenwerkstatt wurden über drei Tage rund 300 Ideen der Bürgerinnen und Bürger zur Entwicklung des Marktplatzes gesammelt und vor Ort zu einem Konzept ausgearbeitet.

Rund 160 Personen fanden sich am Samstagabend in der Turn- und Festhalle in Mehrstetten ein, wo das Team der Prozessbegleiter vom Ergebnis der nonconform ideenwerkstatt berichtete. Schon Wochen im Vorhinein hatten Mehrstetterinnen und Mehrstetter die Möglichkeit, Wünsche für die Umgestaltung ihrer Ortsmitte auf Ideenzetteln zu notieren und in Ideenboxen im ganzen Ort verteilt einzuwerfen. Über die Dauer von drei Tagen baute das Team von nonconform dann ein Offenes Ideenbüro im Marktplatz 19 auf. Interessierte konnten über den gesamten Tagesverlauf vorbeikommen und mit den Planern über ihre Ideen für den Ort sprechen. Die Ideenzettel wurden vom Team ausgewertet, Räumlichkeiten und Grundstücke im Ort besichtigt und Möglichkeiten für Um- und Neubaumaßnahmen ausgelotet. An den Abenden lud das Team von nonconform ins evangelische Gemeindehaus ein, um in verschiedenen Workshops intensiv gemeinsam zu arbeiten.

Potentiale im Zentrum

Das Ergebnis nach drei Tagen Konzeption: Die Ortsmitte von Mehrstetten birgt viele Potentiale für eine Weiterentwicklung. Die große Dichte von Institutionen wie die Banken, das Rathaus und das künftige Ärztezentrum mit Laden rund um den Marktplatz bilden eine gute Basis. Auch die kleine Grünfläche um die Postgasse – der Central Park von Mehrstetten – ist ein Ort mit einem großen Potential. Zugleich gibt es einige bauliche Lücken in der Ortsmitte in Form von leerstehenden oder untergenutzten Gebäuden sowie brachliegenden Flächen. Um diese Lücken zu schließen, sind engagierte Menschen nötig und davon gibt es in Mehrstetten sehr viele, wie die große Beteiligung bei der nonconform ideenwerkstatt gezeigt hat.

Aus einem Großteil der eingebrachten Ideen war ablesbar, dass es eine große Nachfrage nach kleinen und bedarfsgerechten Wohnungen – wie etwa altersgerechtes Wohnen, betreutes Wohnen, Single-Wohnungen, Starter-Wohnungen oder altersgerechten Wohngemeinschaften – gibt. Um dieser Nachfrage nachzukommen, können die Baulücken und leerstehenden Gebäude in der Ortsmitte genutzt werden.

Die Gemeinde soll in Vorleistung gehen

Das Planungsteam von nonconform empfahl deshalb, dass die Gemeinde mit der Entwicklung von zwei Pilotprojekten – am Marktplatz 19 und in der Bahnhofstraße 8 – mutig in Vorleistung gehen sollte, um exemplarisch aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es bei der Nutzung von Leerständen und bei der Bebauung von Brachflächen gibt. Dadurch wird ein Anreiz für die Besitzer von leerstehenden Immobilien geschaffen, in ihre Gebäude zu investieren, diese wieder einer Nutzung zuzuführen oder sie zu verkaufen.

Das Grundstück in der Bahnhofstraße 8 eignet sich für ein verdichtetes Wohnprojekt mit neuen Wohnformen und Gemeinschaftsräumen bzw. Gemeinschaftsflächen. Auch eine KiTa-Gruppe könnte vorrübergehend untergebracht werden, sofern der Bedarf dafür weiter besteht.
Am Marktplatz 19 soll ein Gebäude entstehen, welches Platz zum Leben und Arbeiten bietet. Leider ist die Bausubstanz des bestehenden Gebäudes nicht erhaltenswert. Das neue Gebäude soll sich in Größe und Ausrichtung am bestehenden orientieren. Im Erdgeschoß ist ein multifunktionaler Raum vorgesehen, der Platz für Gemeinderatssitzungen, Lesungen, Workshops, kleine Konzerte, Vereinssitzungen und vieles mehr bietet. Die Fassade sollte sich nach Möglichkeit zum Platz hin öffnen lassen, um den Raum nach außen hin zu erweitern. Als Beispielprojekt dazu zeigten die Planer den neuen Sitzungssaal des Rathauses in Ottensheim bei Linz. Im hinteren Bereich des Erdgeschosses könnten zudem experimentelle Werkstätten einen Platz finden.
Während der Ideenwerkstatt zeigte sich auch ein Bedarf an Coworking Arbeitsplätzen sowie für Vereinsbüros. Diese könnten im ersten Stock untergebracht werden. Aber auch für eine KiTa Gruppe würde sich das Stockwerk eignen. Darüber gelegen sollen außerdem kleine Starterwohnungen mit Gemeinschaftseinrichtungen entstehen. Diese sind gerade für die junge Menschen attraktiv, welche in Mehrstetten bleiben wollen.

Umgestaltung des Marktplatzes

Auch über die Umgestaltung des Marktplatzes wurde während der drei Tage intensiv nachgedacht. Insbesondere zur Frage, wo sich für die Mehrstetterinnen und Mehrstetter der Marktplatz befindet, gab es eine rege Diskussion. Es zeigte sich, dass der Marktplatz in etwa beim ehemaligen Gasthaus Hirsch beginnt und an der Kreuzung beim Jugendzentrum endet. Zwischen Rathaus, Marktplatz 19 und Marktplatz 11 hat der Platz eine Kernzone. Derzeit ist der Marktplatz als soziales und gebautes Zentrum von Mehrstetten jedoch kaum wahrnehmbar, da er von der Kreisstraße zerschnitten wird. Das Team von nonconform empfahl daher eine einheitliche Gestaltung der Straße und der angrenzenden Flächen, wobei sich die Fahrbahn auf einer Ebene mit dem Marktplatz befinden sollte. Dadurch wird der Verkehr optisch gebremst und den Autofahrern vermittelt, dass sie nur Gast auf dem Marktplatz sind.

Für die Gestaltung des Kernbereiches wurden viele Ideen gesammelt. Diese reichten von einem Wasserelement über Spielgeräte bis hin zu attraktiven Sitzgelegenheiten, welche ohne Konsumzwang genutzt werden können. Für die Umgestaltung des gesamten Marktplatzes soll ein Planungswettbewerb durchgeführt werden, bei dem auch die Bevölkerung wieder beteiligt wird. Mit der Umsetzung dieser Projekte wird die Ortsmitte von Mehrstetten in den kommenden Jahren zu einem attraktiven Treffpunkt für Einheimische und Gäste, an dem das Leben spürbar ist.