In Baden-Württemberg liegt momentan die 7-Tages-Inzidenz bei 98,9 pro 100.000 Einwohner (Landkreis Reutlingen 107,3). Dies ist eine erfreuliche Entwicklung, war diese Zahl doch vor Weihnachten mehr als doppelt so hoch. Diese Entwicklung verdanken wir allen, die sich verantwortungsvoll und diszipliniert verhalten.

Dennoch sind die Intensivbetten in Baden-Württemberg immer noch zu 87,6 % belegt. Außerdem ergibt sich durch die neuen, ansteckenderen Virusvarianten ein neues Problem: Wenn die Mutante, wie angenommen, den Reproduktionswert (R) um 0,4 erhöht und R dadurch von jetzt etwa 1,0 auf 1,4 steigt, würde das in nur vier Wochen eine Versechzehnfachung der Infektionen bedeuten. Statt wie am 19. Januar gut 1.600 Neuinfektionen in Baden-Württemberg würde das dann 25.600 tägliche Neuinfektionen bedeuten. Wie schnell sich die Mutationen ausbreiten können, sehen wir in Irland und Großbritannien: Innerhalb von vier Wochen ist in Großbritannien die 7-Tages-Inzidenz von 186 auf 616 nach oben geschnellt. In Irland schoss sie im selben Zeitraum sogar von 39 auf 926. Das ist mehr als das Zwanzigfache! Kein Gesundheitssystem der Welt kann einem solch exponentiellen Anstieg auf Dauer standhalten. Daher ist jetzt vorsorgliches Handeln erforderlich. Wir müssen die Infektionszahlen insgesamt weiter massiv herunterdrücken, um eine bessere Ausgangsbasis für die ansteckenderen Virusvarianten zu haben.

Bund und Länder haben sich im Grundsatz daher auf folgende Punkte geeinigt:

  • Die aktuellen Maßnahmen werden bis zum 14. Februar 2021 verlängert. Die derzeit geschlossenen Einrichtungen bleiben geschlossen.
  • Aufgrund der gestiegenen Gefahren durch die mutmaßlich ansteckenderen Virusmutanten, müssen beim Einkaufen und im öffentlichen Personennahverkehr medizinische Masken getragen werden. Also sogenannte OP-Masken oder auch FFP2-Masken (respektive Masken mit N95 oder KN95-Zertifzierung).
  • Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird eine Verordnung erlassen, die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber verpflichtet, den Beschäftigen überall dort wo es möglich ist das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen müssen. Dadurch werden Kontakte am Arbeitsort und auf dem Weg zur Arbeit deutlich reduziert.
  • Dort wo Präsenz am Arbeitsplatz erforderlich ist, gelten weiter die COVID-19-Arbeitsschutzstandards von Bund und Ländern. Für Arbeitsbereiche auf engen Raum muss die Belegung reduziert werden, wenn das nicht möglich ist, muss eine medizinische Maske getragen werden, die der Arbeitgeber zu stellen hat.
  • Die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind darüber hinaus dazu aufgefordert, für die im Betrieb präsenten Beschäftigten flexible Arbeitszeiten anzubieten, um das Fahrgastaufkommen zu Arbeitsbeginn und Arbeitsende zu entzerren.
  • Die Bundesregierung wird die Überbrückungshilfe III nachmals verbessern. Für den besonders betroffenen Einzelhandel werden die handelsrechtlichen Abschreibungen auf nicht verkäufliche Saisonware bei den Fixkosten berücksichtigt. Der Bund wird außerdem die Zugangsvoraussetzungen insgesamt vereinfachen und die monatlichen Förderhöchstbeträge für Unternehmen und Soloselbständige deutlich anheben.

Die Beschlüsse von Bund und Ländern sind Grundsatzbeschlüsse, die nun im Detail in den Ländern ausgearbeitet werden. Am heutigen Donnerstag hat Ministerpräsident Kretschmann die Ergebnisse der Beratungen im Landtag vorgestellt und für deren Umsetzung geworben. Nähre Informationen finden Sie hier. Parallel wird die Bundesregierung die in ihrer Verantwortung liegenden Maßnahmen wie die Homeoffice-Pflicht auf den Weg bringen.

 Den Beschluss von Bund und Ländern im Wortlaut sowie weitere Informationen im Detail finden Sie hier:

https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/alle-meldungen/meldung/pid/vorsorgendes-handeln-ist-erforderlich/

 

Impfung

Bundesweit wurden Zentrale Impfzentren und inzwischen auch viele Kreisimpfzentren eingerichtet. Das Kreisimpfzentrum unseres Landkreises ist in Reutlingen (Kreuzeiche-Stadion, Tribünengebäude). Derzeit suchen viele mobile Impf-Teams Pflegeeinrichtungen auf. Vom Bundesministerium für Gesundheit wurde eine Impfstrategie festgelegt, die Sie hier einsehen können.

Die Verfügbarkeit des Impfstoffs ist zu Beginn noch sehr begrenzt. Anspruch auf eine Covid-19-Schutzimpfung haben derzeit nach der entsprechenden Verordnung des Bundes vor allem Personen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben, außerdem Mitarbeiter*innen in der ambulanten oder stationären Altenpflege sowie in einer medizinischen Einrichtung mit hohem Ansteckungsrisiko bzw. bei Kontakt zu sehr verletzlichen Gruppen, etwa auf einer Krebsstation. Die endgültige Prüfung des Anspruchs auf eine Impfung findet vor Ort im jeweiligen Impfzentrum statt.

Eine Impfung im Impfzentrum erfolgt nur mit Termin. Bei der Terminvereinbarung, telefonisch über eine zentrale Telefonnummer (116117) bekommen Sie gleichzeitig die Termine für Erst- und Zweitimpfung. Dieser Anschluss ist allerdings derzeit aufgrund der großen Nachfrage oft schwer erreichbar. Sie können den Termin auch online über die zentrale Anmeldeplattform vereinbaren. (Voraussetzung hierfür ist eine eigene E-Mail-Adresse und die Möglichkeit, eine SMS zu empfangen).

Die häufigsten Fragen rund um die Impfung werden auf dieser Seite der Landesregierung beantwortet.